Martin Buchholz: “Röslein, Röslein, Röselein – tot.” Bruns und Schultz, der erste Fall.

Martin Buchholz die ZEIT nannte ihn mal “den bösesten und zugleich witzigsten Wortwerker dieser Republik,  Kabarettlegende, Journalist und Autor, legt seinen ersten Roman vor: einen Krimi, der aus dem üblichen Rahmen fällt und manch Genreklischee auf die sarkastische Schippe nimmt. Und doch erzählt er zugleich eine spannende Story aus dem Fernseh- und Politmilieu mit einer verblüffenden Auflösung. Eine Fernsehserie wird brutale Realität: Ein Täter – oder eine Täterin? – stellt die Morde aus der TV-Show »Rosenmörder« nach. Die Opfer: ein zweitrangiges Fernsehstarlet und ein rechtsradikaler Rapper, der Goethes »Heideröslein« zur Vorlage für seine perversen Fantasien machte und mit dem Foto eines Donald Trump zwischen den Pobacken endet. »Ein Arschloch im Arschloch eines Arschlochs«, kommentiert Kommissar Bruns. Er, der eigentlich schon zu alte Kommissar mit Hang zur ausschweifenden Beredsamkeit, ermittelt zusammen mit Irina Schultz, der eigentlich noch zu jungen Feministin mit vorlauter Klappe. Kein Wunder also, dass es in Vernehmungen mitunter zu pointierten Screwball-Dialogen kommt. Zumal hinter der Story vom nachgespielten Serienmord der Satireprofi Martin Buchholz steckt, dem es ein lesbares Vergnügen bereitet, die Genreklischees von Fernsehermittlungen genüsslich zu obduzieren und das abgehobene Milieu der Medienbranche spöttisch einzusargen. – Ein spannendes Mordsvergnügen mit satirischer Finesse.

Satyr Verlag – GEB        20,00 EUR 
978-3-910775-63-3

Veröffentlicher aus dem alten Wüstberlin.

Martin Buchholz, geboren im Jahr des deutschen Heils 1942 zu Berlin-Wedding.

Gerade hat er ein neues Buch veröffentlicht: “Männer, Macht und Mythen – Von Erschöpfern und Erschöpften”.

Seit 1961, gleich nach dem Abitur, war er Reporter und Redakteur, zunächst in Berlin beim „Abend”, dann beim „Volksblatt” und bei Augsteins unselig entschlafenem „Heute”-Experiment, zwischendurch bei „Spiegel” und „Stern”, danach Mitherausgeber des „Berliner Extra-Dienst” (die Zeitung der außerparlamentarischen Opposition), dann Ressortleiter Kultur bei der „Neuen” und bei „Pardon”, zuletzt Ökologie- und Wissenschaftsredakteur bei „konkret”.

Seit Herbst 1982, nach 20 Jahren am Redakteurs-Schreibtisch, veröffentlicht er sich in Solo-Programmen auf der Bühne. Sein Stammhaus ist das Berliner Kabarett-Theater „Die Wühlmäuse”. Außerdem publiziert er auch in gedruckter Form, als satirischer Schriftsteller. Er ist Mitglied im Deutschen PEN-Zentrum. Unregelmäßig erscheint eine aktuelle Buchholz-Kolumne. Der „Satire-Letter” errreicht etwa 10.000 Leserinnen und Lesern per Abonnement.

Im Mai 2006 ist er mit dem Schweizer Kabarett-Preis beehrt worden: “Buchholz entlarvt schonungslos die Akteure auf der Politbühne”, heißt es in das Laudatio. “Mit seinen geistreichen Gedankengängen, seiner Spielfreude und seinem Mut läßt er nichts und niemanden aus.”

Im Januar 1998 wurde ihm in Nürnberg der Deutsche Kabarettpreis verliehen. Begründung der Jury: „Wortgewaltig und bissig, mit Tempo und Niveau, rhetorisch brillant und sophistisch in der Argumentation fordert Buchholz sein Publikum von der ersten bis zur letzten Minute. Kaum einer versteht es wie er, die Sprache selbst zum Instrument der Satire zu machen.”

Er erhielt den „Stern des Jahres 1996″, den Kritikerpreis der Münchner „Abendzeitung” für das „beste Kabarett-Programm des Jahres”. In der Begründung heißt es: „Arm in Arm mit dem Gevatter Unsinn dem Sinn auf den Fersen – das ist Martin Buchholz, der Berliner Satiriker, ein hinreißend schamloser Satyr, der teuflisch geistreich und lustvoll zugleich ist.”

1990 wurde ihm der Deutsche Kleinkunstpreis der Sparte „Kabarett” verliehen. Die Fachjury von 25 Kritikern und Theaterleuten aus der Bundesrepublik, Österreich und der Schweiz begründete ihr Urteil: „Die Jury zeichnet damit einen treffsicheren Spurensucher und wortreichen Mundwerker aus, bei dem sich kritische Analyse und spaßige Denkverführung ergänzen.”

Nach dem Mauerfall war er seit 1991 ständiger Kolumnist beim (ost-) Deutschen Fernseh-Funk bis zu dessen „Abwicklung”. In der ARD-Satire-Sendung „Nachschlag” war er ebenfalls im Einsatz. Die meisten seiner Programme wurden im Fernsehen gesendet. Er schrieb auch Drehbücher (u.a. „Die Faust in der Tasche” mit Manfred Krug für das ZDF)

 

 

 

Martin Buchholz, Kabarettist.
Foto: Jens Schulze.  Mit Genehmigung des Satyr-Verlags.